Hygiene & Bakterien
Bakterien auf dem Smartphone: Wie schmutzig ist dein Handy wirklich?
Auf einem durchschnittlichen Smartphone tummeln sich laut der Techniker Krankenkasse etwa 100 verschiedene Bakterienarten, in Einzeluntersuchungen wurden sogar bis zu 173 Arten plus acht Pilzarten auf einzelnen Geräten gefunden. Grund: Wir berühren unser Handy mehrere hundert bis über 2.500 Mal am Tag – meist ohne uns vorher die Hände zu waschen.
Warum das Smartphone ein Bakterien-Hotspot ist
Laut der Techniker Krankenkasse tippen wir im Schnitt über 2.500 Mal täglich auf unser Smartphone – bei jeder Berührung können Keime von den Händen auf das Display übertragen werden. Die meisten stammen von Haut, Mund und den Händen selbst und sind für gesunde Menschen mit intaktem Immunsystem meist unproblematisch, können sich aber gerade in der Erkältungszeit leicht weiterverbreiten.
Laut TÜV-Angaben reinigt nur etwa jede vierte Person in Deutschland ihr Smartphone bewusst und regelmäßig.
Was Untersuchungen konkret gefunden haben
Die Techniker Krankenkasse nennt im Schnitt rund 100 verschiedene Bakterienarten auf einem Smartphone. Eine weitere zitierte Untersuchung fand auf einzelnen Geräten bis zu 173 Bakterienarten und acht Pilzarten. Ein Extrembeispiel aus einer US-Studie an Krankenhauspersonal: Auf den Diensthandys wurden 3.895 Bakterien pro Quadratzentimeter gefunden – 84-mal mehr als auf einem Toilettensitz. Diese Studie untersuchte allerdings ein Hochrisiko-Umfeld (Klinikpersonal), nicht den Alltagsgebrauch der Allgemeinbevölkerung.
Was nachweislich hilft
Ein sauberes Mikrofasertuch – dieselbe Art, wie sie viele Brillenträger:innen ohnehin nutzen – reduziert laut Herstellerangaben von Mobilfunkanbietern Fett, Schmutz und Keime auf dem Display bereits um bis zu 80 %. Wichtig dabei: immer ein frisches, sauberes Tuch verwenden, sonst werden zuvor abgewischte Keime wieder aufgetragen (siehe auch Die schmutzigsten Gegenstände im Haushalt für den Vergleich zu anderen Alltagsgegenständen).
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich mein Smartphone reinigen?+
Angesichts der hohen Berührungsfrequenz empfiehlt sich eine regelmäßige, mindestens wöchentliche Reinigung des Displays, in Erkältungszeiten gerne häufiger.
Reicht ein trockenes Mikrofasertuch?+
Ja, auch trocken nimmt ein Mikrofasertuch viel Fett auf. Für eine gründlichere Keimreduktion können zusätzlich Desinfektionstücher mit Isopropylalkohol genutzt werden – dabei aber Herstellerangaben zur Displayverträglichkeit beachten.
Quellen
- Die Techniker: 'Bakterienschleuder Smartphone' – Zahlen zu Bakterienarten, Berührungshäufigkeit, TÜV-Umfrage zum Reinigungsverhalten
- EWE Ratgeber: 'Virenschleuder Handy? Richtig reinigen und pflegen' – bis zu 173 Bakterienarten und 8 Pilzarten auf Einzelgeräten, Mikrofasertuch-Wirksamkeit
- watson.ch: '3895 Bakterien pro Quadratzentimeter: Das Handy ist eine riesige Bakterienschleuder' – US-Studie zu Krankenhauspersonal-Smartphones
Autor: Moritz Weinert, Gründer NURO Labs · Zuletzt aktualisiert am 8. September 2026